AMT UND WÜRDE

das kleine brevier der werte: würde

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WÜRDE, damit wollen wir uns heute beschäftigen. ihre unantastbarkeit ist im grundgesetz verankert und sie kann ein innerer kompass für jeden einzelnen, aber auch für uns alle als gesellschaft sein. WÜRDE ist eine innere vorstellung davon, was für ein mensch ich sein möchte.

 

gerald hüther, neurobiologe und autor, sagt dazu folgendes: „würde und menschen gehören zusammen. wir müssen uns das neu bewusst machen, damit wir in dieser zunehmend komplexen und von ökonomischen kriterien bestimmten welt nicht die orientierung verlieren. die innere vorstellung von würde entwickelt jeder mensch anhand seiner im zusammenleben mit anderen gemachten positiven erfahrungen. mehr oder weniger stark, mehr oder weniger bewusst.

 

es ist eine vorstellung davon, wie ein gespräch, eine begegnung, eine beziehung sein müsste, die uns als sozialen wesen entsprechen, so dass wir wiederum die in uns angelegten möglichkeiten entfalten können. das heiißt, diese mehr oder weniger deutlich ausgeprägte vorstellung unserer würde können wir als inneres, orientierung bietendes bild nutzen, um das eigene handeln so auszurichten, dass menschliches zusammenleben gelingt.

 

die vorstellung von der eigenen würde wird so zu einem wesentlichen bestandteil des selbstbildes. kein mensch und auch kein anderes lebewesen kann die in ihm angelegten potentiale entfalten, wenn er, sie oder es wie ein objekt behandelt oder benutzt wird. deshalb halte ich die wiederentdeckung unserer würde für die wichtigste aufgabe des 21. jahrhunderts. wer die wahrung seiner eigenen würde und der würde anderer zur grundlage seines denken und handelns macht, wird nicht mehr auf kosten anderer leben wollen. weil er einen inneren kompass besitzt, der ihn führt, ist eine solche person auch nicht mehr so verführbar.“