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IN GUTEN WIE IN SCHLECHTEN ZEITEN

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wie kommt man unbeschadet durch eine krise? und warum sind manche menschen gerade jetzt merkwürdig glücklich? kaum jemand hat darauf eine plausible antwort. deshalb versuchen wir es heute mal und SHIRI LAVY hilft uns dabei, denn sie ist psychologin und co-herausgeberin eines wissenschaftlichen magazins für glücks-studien.

 

„glück besteht aus unterschiedlichen aspekten und in der tat geht der teil, den wir hedonistisch nennen, gerade zurück. damit ist gemeint sich mit anderen treffen, essen gehen, sich auf spielplätzen tummeln, im fitness-studio oder shoppen gehen. über uns allen hängt der schatten einer pandemie. aber es gibt noch einen anderen aspekt von glück, den wir eudaimonisch nennen. der begriff kommt aus der antiken philosphie und bezeichnet das gute und richtige leben. heute meinen wir damit sinn im leben zu finden, sein potential zum blühen zu bringen.

 

zunächst ist es wichtig anzuerkennen, dass eine situation schwierig ist, bevor man versucht sie zu verbessern. und für viele ist dies eine sehr schwierige zeit. aber wenn man sich anschaut, wer die menschen sind, die besser durch eine krise kommen, dann sieht man, dass es menschen sind, die einen sinn in einer situation sehen können. was das genau sein kann, kann jeder nur individuell beantworten. aber wir sehen ja reaktionen die zeigen, was in dieser situation helfen kann: unternehmer, die ihre produktion umstellen um schutzanzüge, masken oder hilfsgüter herzustellen oder menschen, die soziale arbeit leisten oder ihrem nächsten helfen. das hat praktischen nutzen und führt gleichermaßen zu innerem wachstum, weil wir lernen oder sehen wie man in einer krise kompetenzen und stärken entwickeln kann.

 

wir können lernen aus dem hedonistischen hamsterrad auszuzeigen, das uns dazu zwingt, uns mit dem zu beschäftigen was wir nicht haben, anstatt uns darüber zu freuen, was wir tatsächlich alles schon haben. wenn jeder zuhause bleiben muss ist das zuhausebleiben gesellschaftlich akzeptabel, das kann für einige sehr erleichternd sein. für andere können familienbeziehungen wieder wahrnehmbarer, und echter werden. wieder andere fühlen sich mit der weltgemeinschaft verbundener denn je, weil es einen gemeinsamen feind gibt, den virus. diese verbundenheit kann gefühlt einzigartig sein.

 

es wird wieder sichtbar, dass menschen sich helfen können, indem sie einander ein sicherer hafen sind oder sich helfen, ihre stärken zu sehen. das ist der sinn von schlechten zeiten.“

 

in diesem zusammenhang empfehlen wir einen buchklassiker, VIKTOR FRANKL: Und trotzdem JA zum Leben sagen. es ist eines der wichtigsten bücher darüber, wie es jemandem gelang, unter den extremsten bedingungen überhaupt, in einem konzentrationslager, einen sinn in seinem leben zu finden.
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