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JUST DO IT

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irgendwann wird fast jeder unzufrieden im job. die arbeit nervt, die karriere lahmt. „das soll`s gewesen sein?“, fragen sich viele menschen in der mitte ihres lebens.
warum ein neustart möglich ist.

der alltag, das war das x-te marketinggespräch mit firmenkunden. wieder eine website, ein neues antivirenprogramm. es war die zeit des internetbooms mitte der 2000er jahre. und die dienste von thomas schneider bei t-online waren gefragt. die single-wohnung in frankfurt sah er kaum. immer auf achse, pendeln nach darmstadt, unzählige dienstreisen, alle austauschbar.

es rumorte in schneider. wofür lohnt es sich, noch einmal richtig gas zu geben? bald würde er 40 sein. eines morgens stieg er in einen ICE nach münchen. vor ihm lag ein magazin über deutsche entwicklungshilfe. gerade waren wirtschaftswissenschaftler gefragt: lieferketten entwickeln für exotische produkte, vom markt her denken. das war der trend. das könnte er doch auch, dachte der studierte organisationsentwickler. so ein job würde ihm gefallen.

„viele menschen zwischen 35 und 50 stellen fest, dass sie zwar erfolgreich sind, aber freudlos“, sagt tim prell, mit barbara rörtgen gründer des beratungsunternehmens, das sich selbst ENTWICKLUNGSHLER ideenlabor nennt und menschen bei der neuorientierung coacht. für viele menschen schiebe sich in der zweiten lebenshälfte die suche nach sinn in der werteskala nach oben.

lange war richtig, was gut im lückenlosen lebenslauf aussah und materiell absicherte. karriere, geld, status – plötzlich langweilig. in diesem alter sinke auch die angst vor dem risiko des neuanfangs. „viele legen das sicherheitsbedürfnis, das – meist von klein auf eingeimpft – mit sich herumschleppen, allmählich ab“, sagt prell. und sie beginnen, einen 360-grad-blick auf die eigene person und ganz neue horizonte zuzulassen. oft entdecken sie dabei, dass ihre interessen ganz woanders liegen. dass es sie erfüllt, sich und ihr wissen in einem ganz anderen zusammenhang einzubringen.

DIE 5 PUNKTE DER NEUORIENTIERUNG AN SICH SELBST.

natürlich gibt es theoretisch unendlich viele möglichkeiten sich neu zu orientieren. praktisch allerdings sollte die erste orientierung die an sich selbst sein. nur so kann man die voraussetzung für anhaltende berufliche zufriedenheit schaffen. diese fünf fragen können ihnen helfen, ihre gedanken in die richtige richtung zu lenken:

 

1.was macht mich zufrieden, was macht mich unzufrieden?

betrachten sie nicht nur ihren beruf, betrachten sie ihr ganzes leben.

 

2.was ist ihnen wichtiger? geld oder sinn?

und was bedeutet sinn, wenn sie an einen beruf denken? das eine ist in der regel der preis des anderen. versuchen sie ehrlich zu sich zu sein: worauf können sie eher verzichten?

 

3.bin ich eher ein denker oder eher ein macher?

halte ich mich lieber in der analyse des problems auf, um es im detail und in seinen ursachen zu verstehen? oder will ich möglichst schnell ins tun kommen, ein problem lösen?

 

4.sind sie eher ein bestimmer oder eher ein befolger?

unabhängig davon, welcher anspruch formuliert wird – nicht jeder will mit der standarte vorausgehen. fragen sie sich, ob sie lieber strukturen schaffen und verändern oder ob sie lieber in einem bestehenden rahmen agieren.

 

5.wofür engagiere ich mich?

es gibt viele interessante themen. vielleicht denken sie auch, dass sie so viele interessen haben, dass sie sich kaum entscheiden können. die entscheidende frage ist aber: wofür werden sie wirklich aktiv? wofür sind sie bereit die bequemlichkeiten der alltäglichen routine aufzugeben, um ins tun zu kommen?

 

viele weitere, teilweise augenzwinkernde, teilweise tiefgründige fragen, die sie in den prozess der selbstreflektion bringen können, finden sie unter:

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