KONFUZIUS

über gutes benehmen

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gegenwärtig befolgen millionen von menschen die lehre des KONFUZIUS als spirituelle oder religiöse disziplin. KONFUZIUS wurde mit zahlreichen ehrennamen wie „überragend weiser lehrer“ und „meister von tausenden generationen“ bedacht und gilt bis heute als spiritueller ratgeber.

 

auf uns wirken die konfuzianischen tugenden teilweise sonderbar oder veraltet, aber gerade das macht sie umso wichtiger und überzeugender. wir brauchen ein korrektiv für unsere maßlosigkeit. die moderne welt ist fast vollständig unkonfuzianistisch – zwanglos, egalitär und auf neuerungen fixiert. im umkehrschluss laufen wir gefahr, impulsiv, respektlos und nachlässig zu handeln – es sei denn, man lässt sich von KONFUZIUS ein wenig in sachen gutes benehmen beraten.

 

1. rituale und formalitäten sind wichtig

 

der moderne mensch scheut formalitäten und betrachtet diese einstellung als ausdruck von vertrautheit und authentizität. viele halten ungezwungenheit für wichtig und hören nichts lieber als „fühl dich ganz wie zuhause“, wenn sie einen freund besuchen. dabei fällt es niemandem mehr auf, ob grenzen überschritten oder respektlosigkeiten begangen werden.

 

2. achtung gegenüber den eltern

 

viele betrachten die eigenen eltern heutzutage wie fremde, die einem das schicksal willkürlich beschert hat. sie sind so weltfremd, so bedauernswert menschlich in ihren defiziten, so schwierig, so voreingenommen – und haben einen grauenhaften musikgeschmack. für KONFUZIUS aber beginnt ein gutes, sittliches leben damit, dass die alten eltern fürsorglich und dankbar umsorgt werden. eine pflicht, die zum eigenen wohl gereichen kann.

 

3. respekt gegenüber verdienstvollen personen

 

die moderne gesellschaft beruht zu weiten teilen auf dem gleicheitsprinzip. es gilt der grundsatz, dass alle menschen gleich geboren sind, dass jeder ein einzigartiges individiuum ist, das letztlich tun und sagen kann was er oder sie will. KONFUZIUS dagegen sagt: der fürst sei fürst, der diener sei diener, der vater sei vater, der sohn sei sohn. so sehr einem diese aussage heute gegen den strich geht, so wichtig ist andererseits die einsicht, dass manche menschen durchaus verehrung oder respekt verdienen und wir es in aller bescheidenheit anerkennen sollten, wenn jemand erfahrener, klüger oder tüchtiger ist als man selbst.

 

4. tradiertes wissen ist mindestens so wichtig wie kreativität

 

die kultur der moderne legt großen wert auf kreativität, auf originelle erkenntnisse, die unerwartet auftauchen. KONFUZIUS beharrte jedoch auf der bedeutung eines umfassenden und durch nachdenken erworbenen wissens. die von ihm aufgestellten fünf zentralen tugenden umfassen mitmenschlichkeit, anstand, gerechtigkeit, weisheit und aufrichtigkeit, was wiederum lebenslanges lernen bedeutet. natürlich ist oft gerade eine plötzlich eingebung nötig, um ein unternehmen zu gründen, einen ersten entwurf zu überarbeiten oder sich selbst neu zu erfinden. doch ebenso wichtig ist es, mehr energie auf die allmähliche veränderung unserer gewohnheiten zu verwenden, denn wer man wirklich ist, bestimmen tief sitzende verhaltensmuster.

 

„ich war fünfzehn und mein wille stand aufs lernen, mit dreißig stand ich fest, mit vierzig hatte ich keine zweifel mehr, mit fünfzig war mir das gesetz des himmels kund, mit sechzig war mein ohr aufgetan, mit siebzig konnte ich meines herzens wünschen folgen, ohne das maß zu übertreten.“ KONFIZIUS